Eine nächtliche Beobachtung
über Ordnung, Übergänge und Rhythmus
Wenn ich über Runen im Alltag schreibe, dann nicht, um jemanden zu überzeugen, sondern um etwas sichtbar zu machen, das viele spüren, aber selten benennen: Es gibt Momente, in denen nicht „mehr Tun“ hilft, sondern ein klarer Rahmen – ein Feld, das nicht laut ist, nicht kämpft, sondern still reguliert.
In der letzten Nacht war genau so eine Situation. Unsere Zwerge waren ungewöhnlich aktiv. Gegen Mitternacht wurde es laut: Toben, Unruhe, kein echtes Runterfahren. Ich habe erst einmal nur beobachtet – und genau das ist der erste Aha-Punkt: Unruhe ist selten ein „Problem“. Sie ist oft ein Signal. Ein System sucht nach Ordnung, nach Orientierung – nicht nach Strafe.
Als mir das klar wurde, habe ich nichts gemacht, was man klassisch als Eingriff bezeichnen würde. Keine Worte, kein Anfassen, kein Korrigieren. Ich habe lediglich drei Runen mental als Ordnungsrahmen in den Raum gelegt – wie stille Marker, die sagen: Hier ist Grenze. Hier ist Rhythmus.
Diese Form der sanften Regulation erinnert mich an die weibliche Urkraft, die ich in meinem Beitrag „Rückkehr der Göttin“ beschrieben habe – jene Kraft, die nicht drückt, sondern hält, die nicht kontrolliert, sondern führt.
Was danach geschah, war kein erzwungenes Stillwerden, sondern ein natürliches Abflachen der Energie – wie wenn ein Raum aufhört zu flimmern und wieder atmet. Innerhalb weniger Minuten wurde es ruhiger. Und genau darin liegt der wahre Wert: echte Regulation statt Unterdrückung, Ordnung durch Bewusstsein statt Kontrolle.
Was in dieser Nacht passiert ist
Gegen 03:00 Uhr wurde es wieder laut. Und genau hier kam für mich der eigentliche Aha-Moment bei Runen im Alltag: Es reicht nicht, dass du einen Rahmen setzt – entscheidend ist oft wo.
Diesmal habe ich die gleichen Runen nicht „mitten hinein“ gelegt, also nicht direkt ins Geschehen. Ich habe sie an einen Übergang gesetzt: an die Zwischentür zwischen Welpenraum und unserem Schlafraum. Eine Schwelle. Ein Schnittpunkt. Und das ist der Punkt, den viele unterschätzen – nicht nur mit Runen, sondern grundsätzlich im Leben: Übergänge steuern Energie. Dort entscheidet sich, ob etwas sich ausbreitet, staut oder abfließen kann.
Was danach folgte, war wieder Ruhe – nicht wie ein Schalter, sondern wie Regulation. Die Energie fiel nicht „zusammen“, sie sortierte sich. Und dann, gegen 06:00 Uhr, kam Cali, säugte ruhig, und danach war wieder Schlaf. Insgesamt war die Phase deutlich stabiler als zuvor: ungefähr von 24:00 bis 07:30 Uhr.
Auffällig war außerdem: Cali hat zwischen 00:00 und 06:00 Uhr nicht gesäugt – erst zum passenden Zeitpunkt. Für mich ist das ein wichtiger Marker, wenn ich Runen im Alltag beobachte: Wenn das System danach seinen eigenen Rhythmus findet, wirkt es nicht gedämpft, sondern synchroner. Nicht stillgelegt, sondern geor
Was ich daraus ableite – ohne zu behaupten
Ich schreibe das nicht, um zu sagen: „Die Rune hat das gemacht.“ Genau das wäre mir zu billig – und zu bequem. Denn wer ehrlich beobachtet, weiß: Leben ist selten monokausal.
Ich schreibe es, weil ich bei Runen im Alltag etwas wiederkehrend wahrnehme: Ordnung, Übergänge und Rhythmus sind nicht nur hübsche Worte. Sie sind Stellschrauben. Und Runen können – zumindest in meiner Erfahrung – wie Ordnungsmarker funktionieren: nicht als Zauberstab, sondern als klar gesetztes Signal.
Natürlich halte ich offen, was genau gewirkt hat. Es ist möglich, dass es Zufall war. Es ist möglich, dass die Energie ohnehin abgefallen wäre. Es ist möglich, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zusammenkamen. Und trotzdem bleibt etwas, das für mich als Aha-Wert zählt:
Nach dem Setzen des Ordnungsrahmens trat binnen Minuten eine deutliche Beruhigung ein.
Als der Marker an einem Übergang gesetzt wurde, war die Regulation noch klarer.
Das Rudel wirkte danach nicht unterdrückt, sondern geordnet – als hätte es den eigenen Rhythmus wiedergefunden.
Mehr muss ich daraus nicht machen. Der Mehrwert liegt nicht im „Beweisen“, sondern im präzisen Beobachten: Wenn du mit Runen im Alltag arbeitest, dann nicht als Versprechen – sondern als Methode, Muster zu erkennen und Ordnung sichtbar zu machen.
Warum Übergänge so entscheidend sind
Was mich an dieser Beobachtung besonders berührt hat, war nicht „dass es ruhiger wurde“, sondern wie es ruhiger wurde. Der Wechsel von „mitten ins Geschehen“ zu „an die Schwelle“ hat die Qualität verändert. Und genau darin liegt ein Aha, das weit über Welpen hinausgeht:
Übergänge sind nicht nur Türen. Sie sind Schnittstellen. Dort entscheidet sich, ob Energie hineinzieht, ob sie sich verteilt, ob sie abfließen kann – oder ob sie sich staut und dann irgendwo anders als Unruhe wieder auftaucht. Wer im Alltag genauer hinschaut, erkennt: Viele Konflikte entstehen nicht im Zentrum, sondern an Schwellen – an Übergängen zwischen Räumen, Rollen, Tageszeiten, Stimmungen.
Und genau deshalb ist das für mich ein Kernpunkt bei Runen im Alltag: nicht viel tun, sondern richtig setzen. Nicht übersteuern, nicht nachregeln, nicht „mehr Druck“. Sondern einen klaren Rahmen geben – am richtigen Ort. Manchmal ist das die ganze Kunst: nicht in die Wellen hineingreifen, sondern die Ufer markieren.
Wie ich damit weiter arbeite
Ich habe mir vorgenommen, die nächsten 12 Monate genau so zu arbeiten:
Runen situativ im Alltag einsetzen (Hunde, Familie, Arbeit)
nicht erzwingen, nicht nachjustieren
beobachten, was sich im Außen zeigt
alles sachlich dokumentieren
Daraus soll ein Buch entstehen. Kein Runenlexikon. Keine Mythen. Kein „du musst nur“. Sondern ein Praxisprotokoll: minimalistisch, problembezogen, ohne Versprechen – mit echten Alltagssituationen über längere Zeit.
Ob das am Ende „neu“ ist oder nicht, ist mir ehrlich gesagt egal. Mich interessiert nur: Was trägt – und was nicht. Und was sich zeigt, wenn man nicht drückt, sondern beobachtet.